DSGVO im E-Mail-Marketing: Die häufigsten Fehler und wie du sie vermeidest
E-Mail-Marketing ist ein mächtiges Tool, um mit deiner Zielgruppe in Kontakt zu bleiben, Vertrauen aufzubauen und Verkäufe zu generieren. Doch gerade in Europa gibt es eine wichtige Hürde, die viele übersehen oder falsch umsetzen: die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Fehler in diesem Bereich können nicht nur das Vertrauen deiner Abonnent:innen kosten, sondern auch teure Abmahnungen nach sich ziehen.
Damit du rechtlich auf der sicheren Seite bist, schauen wir uns die häufigsten DSGVO-Fehler im E-Mail-Marketing an – und wie du sie vermeidest.
❌ Kein Double-Opt-In-Verfahren (DOI)
Einer der größten und häufigsten Fehler ist das Fehlen eines Double-Opt-In-Prozesses. In der EU ist es nicht erlaubt, einfach E-Mails an Personen zu senden, die ihre Anmeldung nicht noch einmal bestätigt haben.
Wie funktioniert das?
Eine Person trägt sich mit ihrer E-Mail-Adresse in dein Anmeldeformular ein. Anschließend erhält sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst nach dem Klick auf diesen Link ist die Anmeldung vollständig.
Warum ist das wichtig? Ohne DOI könnte theoretisch jede:r beliebige E-Mail-Adressen eintragen – selbst von Personen, die gar nichts von deinem Newsletter wissen. Das kann nicht nur rechtliche Konsequenzen haben, sondern auch deine Zustellraten verschlechtern. Wenn die Person sich dann abmeldet und dabei anklickt, dass es sich bei deinen E-Mails um Spam handelt, ist das richtig schlecht für deine Reputation und deine E-Mails werden zukünftig immer schlechter zugestellt.
Lösung: Stelle sicher, dass dein E-Mail-Marketing-Tool ein DOI-Verfahren anbietet und es für jede Anmeldung aktiviert ist. Das muss auch gar nicht sonderlich fancy gelöst sein mit individuellen Fast-Fertig- und Danke-Seiten. Starte hier einfach mit den vom Tool vorgegebenen Standard-Lösungen, passe bei Bedarf die Texte an, bringe alles nach Möglichkeit in dein Branding und schon hast du eine rechtlich saubere Grundlage.
❌ Fehlende Verlinkung zu Impressum und Datenschutz
Viele Newsletter enthalten weder ein Impressum noch eine Verlinkung zur Datenschutzerklärung. Doch genau das ist rechtlich vorgeschrieben. In der EU muss dein Impressum mit maximal zwei Klicks erreichbar sein.
Lösung: Platziere in der Fußzeile jeder E-Mail eine Verlinkung zu deinem Impressum und deiner Datenschutzerklärung. Vergiss nicht, dass dies auch für die Bestätigungs-Mail im DOI-Verfahren gilt!
❌ Keine Kontaktdaten in der E-Mail
Neben dem Impressum solltest du auch deine Kontaktdaten direkt in der E-Mail angeben. Gerade im geschäftlichen Umfeld ist Transparenz wichtig – deine Abonnent:innen sollten wissen, mit wem sie es zu tun haben und wie sie dich erreichen können.
Lösung: Füge in der Signatur oder Fußzeile deiner E-Mails mindestens deinen vollständigen Namen (bzw. dein Unternehmen), eine E-Mail-Adresse und idealerweise eine Telefonnummer ein. Du hast auch eine Webseite? Prima, verlinke sie auch direkt mit! Links zu deinen Social Media-Kanälen kannst du gerne ebenfalls ergänzen.
❌ Kein Abmeldelink
Einer der größten DSGVO-Verstöße ist das Fehlen einer einfachen Möglichkeit zur Abmeldung. Jede:r Empfänger:in muss jederzeit die Möglichkeit haben, sich unkompliziert vom Newsletter wieder abzumelden.
Lösung: Nutze eine professionelle E-Mail-Marketing-Software, die automatisch einen Abmeldelink einfügt. Achte darauf, dass dieser in jeder E-Mail leicht zu finden ist. Falls du bei dir ein listenbasiertes System etabliert hast, gestalte den Abmeldelink unbedingt so, dass die Person sich immer nur von der Liste abmeldet, über die sie gerade angeschrieben wurde. Abonnent:innen, die nicht nur in deiner Haupt-Newsletter-Liste, sondern auch in einer Liste eines Produktkaufes sind, würden bei der Abmeldung von allen Listen auch keine Infos mehr zu ihrem Produkt erhalten. Ein fataler Fehler, wenn dein Produkt ein mehrwöchiger Online-Kurs ist und die Teilnehmer:innen auf regelmäßige begleitende Infos von dir angewiesen sind.
Mein Fazit: Rechtssicheres E-Mail-Marketing ist einfacher als gedacht.
E-Mail-Marketing ist ein effektives Mittel zur Kundenbindung – aber nur, wenn es korrekt umgesetzt wird. Die oben genannten Punkte sind keine komplizierten Hürden, sondern einfache Grundregeln, die dich vor Abmahnungen schützen und gleichzeitig für Transparenz und Vertrauen bei deinen Leser:innen sorgen.
Nimm dir die Zeit, dein E-Mail-Marketing rechtskonform aufzustellen. Falls du unsicher bist, helfe ich dir gerne dabei, dein System DSGVO-konform einzurichten und gleichzeitig so zu optimieren, dass es dir echte Ergebnisse bringt.